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Dienstag, 16. Dezember 2008

Wolkenbildung - Fotos (47)


Ich möchte noch ein bisschen was erzählen vom aktuellen Wetter. Zu sehen gibt es eigentlich gar nichts,  denn seit mehr als 2 Wochen ist der Himmel hier eine einzige graue formlose Masse.

Liegt wie Blei auf dem Land, und so tief bis an den  Boden hinunter, dass es nachts richtig hell ist, weil die Stadtbeleuchtung kräftig reflektiert wird. Dieser Lichtschein ist oft rötlich gefärbt - sieht manches Mal fast unheimlich aus.

Luftbewegung ist kaum spürbar. Das bisschen Wind kommt aus sich andauernd ändernden Richtungen - an einem Tag aus West, an einem anderen aus Süd, dann mal  aus Ost. Merkwürdigerweise bleibt das Wetter trotzdem, wie es ist, es rührt sich nicht von der Stelle.

Nicht zu sehen, aber immer wieder  zu hören sind Flugzeuge. Verkehrsflieger werden es  kaum sein, die fliegen im allgemeinen hoch genug und daher lautlos. Auffällig ist seit längerem, dass sich der Geräuschpegel durch Flieger erhöht hat.

Jeweils am Wochenende hat sich die Wolkendecke mal gelichtet für ein paar Stunden, der Dunst ist dennoch nicht ganz verschwunden. Erkennbar wurde dann etwas die Struktur - schleierige Schwaden, dunkelgrau gefärbt, und sie zogen sich am Abend  wieder zusammen zu einer strukturlosen Decke. Üblicher Bodennebel ist  es jedenfalls nicht, es sind bis ganz unten reichende Wolken.

Manchmal fällt etwas Regen, an anderen Tagen etwas Schnee, die Temperaturen bewegen sich etwa zwischen 3  und 8°C. Sich draußen bewegen, besonders Fahrradfahren, ist zur Zeit anstrengend, das Atmen fällt schwer. Es bildet sich ein kratzendes Gefühl im Hals, das anschließend nur mit kräftigem Mundausspülen halbwegs wieder verschwindet. In der Luft liegt mehr oder weniger konzentriert, je nach dem, wo man sich aufhält, ein intensiver und immer derselbe Geruch nach ich-weiß-nicht-was, ich kann es nicht identifizieren. Autoabgase sind es nicht, die riechen anders.

Immer wenn ich draußen war in der letzten Zeit, habe ich im Gesicht winzig kleine glitzernde Partikelchen entdeckt. Woraufhin ich mir mal genauer Mütze, Jacke  und Handschuhe angesehen habe - dasselbe. Kleine glitzernde Partikel überall. Was es ist, kann ich nicht sagen. Offenbar ist dieses Zeug in der Luft enthalten, möglicherweise sind das die Aluminiumteilchen, von denen eine Reihe Webseiten berichtet. Zum Untersuchen fehlen mir die Vorrichtungen, aber es reicht mir auch so schon.

So verhält sich kein natürliches Wetter, das ist mir mal wieder mehr als klar geworden.

Wettervorhersagen verfügen für die  nun fast 3wöchige Einförmigkeit über ein bemerkenswert abwechslungsreiches Vokabular. Das liest sich etwa so: Am Vormittag meist dicht bewölkt ... nachmittags meist bedeckt ... morgens dichter Bodennebel ... nachmittags Nebel bis Hochnebel ... meist trüb ... heute wolkig ... weitgehend wolkenverhangen ... dichte Wolken überziehen den Himmel ... die Sonne ist nicht zu sehen ... am Donnerstag dichtere Wolkenfelder ... gebietsweise Nebel, der sich nur zögerlich auflöst -- Sprachgenies, sag ich nur .

Hier Bilder vom vergangenen Wochenende  mit mehrstündigem Loch in der Nebeldecke:




 

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