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Eure Religion wurde auf steinerne Tafeln geschrieben mit dem eisernen Finger eines zornigen Gottes, damit ihr sie nicht vergesst. Das kann der Rote Mann nicht verstehen und nicht im Gedächtnis bewahren. Unsere Religion, das sind die Lebensformen unserer Väter, die Träume unserer alten Männer, die ihnen der Große Geist schickt, die Visionen unserer Häuptlinge. Und das ist in das Herz meines Volkes geschrieben.

(Häuptling Seattle)


Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde.

(Ludwig Feuerbach 1804-1872)


 

Donnerstag, 14. September 2006 21:46:16

So, nun ist also der "Stellvertreter Gottes auf Erden", auch PapaRatzi genannt, wieder nach Hause geflogen, nicht ohne begeisterte deutsche Menschen - jedenfalls laut Spiegel-Berichterstattung - zurückgelassen zu haben, und nicht ohne noch schnell die Moslems beleidigt zu haben. Jedenfalls behaupten die das. Nun, ich war nicht dabei, und keine 100 Pferde hätten mich zu diesen Heiligkeitsdemonstrationen ziehen können. Gläubige mögen mir verzeihen, aber beim Nachrichtenlesen hat mich ein Foto zutiefst aufgeschreckt, bringt es doch die Kernenergie dessen, was die christliche Kirche vertritt, auf den »Punkt.

Der Stab des besagten Herrn besteht am oberen Ende aus dem Kreuz, an dem die Figur des qualvoll hingerichteten Menschen namens Jesus hängt. Dieser Stab (wie nennt man dieses Gerät eigentlich?) begleitet Päpste überallhin und strahlt mit diesem Symbol sozusagen als Markenzeichen Folter, Leiden, Schmerz und qualvolles Sterben aus. Symbole, besonders solche, die mit geschichtsträchtigen Ereignissen, Macht und weltweiter Verbreitung einhergehen, haben Wirkung. Sie beeinflussen Gedanken, Meinung und Handeln. Was tun also die rund 2 Milliarden Menschen der Welt, die sich Christen nennen und an diese Lehre glauben? Beten sie die Macht von Leiden, Schmerz, Folter und Tod an? Was für eine Grausamkeit ... Erlösung und Erleuchtung durch Leiden, Schmerz, Folter und Tod? Nichts ist besser geeignet als die Verbreitung solcher Glaubensmuster, um Menschen in Abhängigkeit, Autoritätsgläubigkeit und der Akzeptanz von Leiden festzuhalten. Gläubige mögen mir verzeihen, aber einen solchen Gott, der das von Menschen erwartet und sich dazu als den einzig existenten bezeichnet, gibt es nicht. Oder doch, natürlich gibt es ihn - es ist ein dunkler und grausamer Gott.

Ich glaube an die Macht von Liebe aus der puren Freude heraus, ich glaube, dass jeder Mensch der Schöpfer und der Meister seines Lebens ist und dass er selbst den Verlauf seines Lebens bestimmt durch die Qualität seiner Gedanken und die Wahl, ob er Schmerz oder Freude erleben will. Das, was man "Gott" nennt, ist für mich eher so etwas wie der "Große Geist", an den die Indianer glaubten - oder anders ausgedrückt: "Die Stimme des Großen Geistes ist im Gesang der Vögel zu hören, im Rauschen der Bäche und im süßen Atem der Blumen. Wenn ihr das heidnisch nennt, dann bin ich eine Heidin." (Zitkala-Sa, Dakota Sioux)

Interessante Aspekte dazu hab ich wiedergefunden in dem Film "What the bleep do we know". Und wer sich aktuell ein wenig wach machen lassen will hinsichtlich dessen, was die Kirche lehrt, erfindet, vertuscht und verfälscht, dem sei "Sakrileg" von Dan Brown empfohlen (das Buch, nicht der Film) - die Handlung ist zwar Fiktion, aber die Hintergründe, vor denen sie spielt, sind echt.


Freitag, 18. September 2006 22:50:10

In einer englischen Stadt in England nimmt die Realität der Überwachung von Bürgern weitere konkrete Formen an. Wie »hier zu lesen ist, werden stadtinterne Beobachtungskameras mit Lautsprechern ausgestattet, aus denen im Falle "unsozialen Verhaltens" eine öffentliche Ermahnung an den "Täter" erfolgt. In freundlichem Ton, versteht sich.

Ich stelle mir gerade vor, wie das dann konkret vor sich geht.

 

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