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Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.

(Albert Einstein)


Das Prinzip aller Dinge ist das Wasser, denn Wasser ist alles und ins Wasser kehrt alles zurück.

(Thales von Milet)


Der Mensch ist der Spiegel der Welt. Von ihm hängt es ab, ob das Spiegelbild klar oder beschlagen ist.

(Wilhelm Raabe)


Kinder müssen mit großen Leuten sehr viel Nachsicht haben.

(Antoine de Saint-Exupéry)


 

1. September 2005

Wirbelsturm und Wasserfluten - Katrina
oder: Der in Aufruhr geratene Atem der Erde und ein Meer von Tränen

Und wieder hat es den Süden von Nordamerika erwischt - dieses Mal noch heftiger als zuvor und erwartet. Viele Tote, keiner kennt, glaube ich, zur Zeit die Zahl, eine ganze Stadt in der Größe von 480.000 Einwohnern in Unmengen Wasser und Chaos versunken, Land unter entlang einem langen Streifen der Südostküste, zahllose Menschen haben alles verloren und sind obdachlos.

Nicht, dass ich wirklich weiß, warum so etwas geschieht ... Mir ist nur sehr klar, dass die Erde sich nur ein wenig heftiger als gewohnt zu bewegen braucht, und schon erfahren Menschen ihre Machtlosigkeit den Naturkräften gegenüber. Seit dem Elbe-Hochwasser vor 3 Jahren ist mir vor allem im Bewusstsein, dass es immer wieder das Wasser ist, das in heftige und folgenreiche Bewegung gerät.

Wenn ich die Nachrichten lese und die vielen deprimierenden Bilder anschaue, fühle ich eine grenzenlose Trauer. Nicht so sehr wegen der Menschen, das ist schlimm genug, sondern wegen der Erde selbst - es ist der direkte Schmerz der Erde, der sich einmal mehr Bahn gebrochen hat - Wasserfluten wie die Tränenfluten eines lebenden und fühlenden Wesens. Kann das jemand nachvollziehen, der hier liest? Ich spüre es jedenfalls bis hierher. Manch einer mag deuten, die Erde wolle sich rächen. Auf eine gewisse Weise, wenn auch nicht bösartig, tut sie das auch - die Erde ist ja nicht bloße Ansammlung lebloser Materie. Sie kann nicht mehr, sie protestiert, sie ruft nach Heilung. Es kommt mir vor wie eine Krankheit, die immer wieder an unterschiedlichen Stellen ausbricht - auch hier in unseren Breitengraden, wie vor einer Woche im Süden geschehen.

Wetterwissenschaftler haben laut »Presse prognostiziert, dass so etwas aufgrund der Klimaveränderungen wahrscheinlich geschehen würde, sie meinen auch, dass es noch mehr Extremwetter dieser Art geben werde.

Man kann wohl schon lange nicht mehr davon sprechen, dass die Menschen im Einklang mit ihrem Zuhause, dem Planeten Erde, leben. Die Erde erfährt durch die, die sie nährt, keinen Respekt und keine Dankbarkeit mehr - im Gegenteil. Wann werden Menschen aufhören, die Erde gnadenlos auszubeuten? Wann werden sie aufhören, Flüsse umzuleiten und Staudämme zu bauen? Wann werden sie aufhören, die Erde mit Beton und Asphalt zu ersticken, so dass sie nicht mehr atmen kann? Wann werden Menschen verstehen, dass man die Lebenssysteme der Erde nicht folgenlos verändern kann? Wann werden sie verstehen, dass sie dabei sind, ihre eigene Lebens- und Nahrungsquelle zu vernichten? Wann werden sie aufwachen und bemerken, dass profitorientierte Kräfte Technik und Industrie dazu benutzen, technisierte und industriell ernährte Zombies aus Menschen zu machen?

Ich frage mich ganz langsam, aber sicher, ob die Menschheit überhaupt noch in der Lage ist, das Ausmaß zu erkennen - ich meine, so zu erkennen, dass sie was ändert -, denn sie wird ja auch noch in erschreckendem Maße von ihren eigenen Regierenden in die totale Verdummung geführt. Ich fange langsam, aber sicher an zu glauben - oder besser, zu fürchten - dass noch viel tiefer greifende und umfassendere Katastrophen notwendig sind, um die Not der Erde zu wenden. Die Not der Erde ist immer auch die Not der Menschen - was muss noch passieren??

Was wäre, wenn das hierzulande in einem solchen Ausmaß geschehen würde - fragen wir uns dann, was ein Mensch wirklich zum Leben braucht? Was bleibt übrig von jemandem, der seine gesamte Habe einschließlich Dach über dem Kopf verloren hat? Beginnt man dann, über innere und äußere Werte nachzudenken?

Wie schon so oft fällt mir an dieser Stelle wieder die alte Prophezeiung der Cree-Indianer ein:

"Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr feststellen,
dass man Geld nicht essen kann.
"

Ich werde das Klagelied der Erde solange singen, bis ich Veränderung in der Größenordnung der sogenannten "kritischen Masse" bemerke ...

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Humanitäre Hilfe aus dem Ausland für die Menschen in den Flutgebieten ist edel und lobenswert ... Aber eines muss auch klar sein: Die Regierenden der Vereinigten Staaten von Amerika stecken eine unvorstellbare Menge Geld in militärische Aktionen (welcher Art auch immer), Vorherrschaft im Weltraum, Überwachung, usw.. Dieses Geld hätte in Dinge gesteckt werden können, die den Menschen dienen, an erster Stelle den eigenen - funktionierende Infrastruktur, Katastrophenvorsorge, Hilfssysteme für Notfälle, etc.. Ich empfinde es als Spott und Hohn auf die Menschenwürde, die Menschen im eigenen Land zu vernachlässigen und die Mittel für Machtübernahme und -ausbau in fremden Regionen zu nutzen - wozu? Müßige Frage ...

Im Klartext und ganz real bedeutet das, dass andere und kleinere Länder solche Misswirtschaft und deren katastrophale Folgen mit ausbaden. Das ist trotz allem Öl ins Feuer ...

Die USA sind nicht der einzige Staat, der wenig Wert darauf legt, dass es den eigenen Menschen wirklich gut geht, er ist aber gerade ein gutes Beispiel zur Bewusstmachung der Strukturen.


Freitag, 2. September 2005

Was mir bis jetzt nicht klar war: New Orleans liegt zu großen Teilen auf einem Niveau unterhalb des Meeresspiegels. Ich würde niemals in einer Stadt wohnen wollen, die mit Schutzdeichen und Dämmen das Wasser zurückhält, ich würde, glaube ich, leben in der ständigen Befürchtung oder Gewissheit, dass das Wasser sich irgendwann zurückholen wird, was ihm abgezwungen wurde. Nun kenne ich nicht tiefer die Geschichte von New Orleans und deshalb die Gründe nicht, und - wenn man dort geboren und aufgewachsen ist, denkt man über sowas wohl eher nicht nach, denn dann ist es die Heimat.

Es ist schwer, immer noch wieder Bilder aus dem Flutgebiet anzuschauen - die Verzweiflung und Hilflosigkeit im Gesichtsausdruck der Menschen tut weh. Es kommen fast stündlich neue Aspekte der Katastrophe in die Medien. Vielen betroffenen Menschen scheint auch mehr und mehr bewusst zu werden, wie sehr sie die Leidtragenden einer kurzsichtigen Strategie zum Schutz der Stadt geworden sind.

Viele lassen inzwischen ihren Emotionen freien Lauf - in der Stadt scheint Chaos und Anarchie ausgebrochen zu sein. Was mich nicht besonders verwundert. Angestautes bricht sich offenbar auf allen Ebenen Wege.

Hoffen wir, dass der auf Japan zutreibende Taifun nicht Ähnliches verursacht, in China ist er schon dabei. (»Link)

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Anderes Thema ...

Wo wir doch hier bei uns eine Wahlqual vor der Tür stehen haben - wir wäre es, die Menschen, die uns da gerade als Möchtegern-Volksvertreter bedrohen, mit einem »Fragenkatalog zu konfrontieren und auf ehrlicher Antwort zu bestehen? Das ist zwar ein Paradoxon in sich - Politiker und Ehrlickeit, meine ich - aber die Antworten würden schon doch einiges zeigen ...

Überhaupt finde ich, diese Fragen sollte sich jeder Mensch mal stellen - ganz für sich allein im stillen Kämmerlein, wo niemand ab- und zuhört und hin- oder wegguckt. Ob die Antworten wohl erstaunlich wären?

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Neulich im Postamt ...

... raunzte mich der bärbeißige Beamte an, mit welchem Tarif ich denn zur Zeit telefoniere - nicht ohne mir einen rosaroten Prospekt vor die Nase zu knallen.

Häh??

Neulich in der Bank ...
... "Ähm - da wäre noch etwas ..." - Ich gucke die Dame etwas erschreckt an. "Kennen Sie schon unsere spezielle und sehr günstige Autoversicherung?" - Wie jetzt ... - "Ööhh ... isch abe gar kein Auto." Darauf fand sie keine Worte.

Die Unternehmen kriegen es fertig, tatsächlich noch das letzte bisschen menschliche Kommunikation zwischen Kunde und Dienstleister zu vergiften, um den Menschen ihre Produkte aufzuzwingen. Na warte ... da werde ich mir noch was ausdenken. Ich könnte als Retourkutsche zum Beispiel meinen Flyer mit dem Angebot eines Seminars zur Beihilfe zur Findung der inneren Wahrheit zücken, diesen auf den Tresen knallen, und zuckersüß lächeln.

Ich könnte auch viele Fragen stellen, im Postamt etwa, mich strohdoof stellen und mir jeden einzelnen angebotenen Tarif genauer erklären lassen. Ich werde durch ausreichendes Anheben der Stimme und zielgerichtete Argumentation dafür sorgen, dass die in der Schlange hinter mir wartenden Menschenmengen nicht mich lynchen ...

Man könnte auch den werbenden Menschen anschweigen, ihm/ihr unschuldig, aber permanent direkt in die Augen sehen, keine Frage beantworten, nix sagen oder fragen, nicht weggehen - immer nur anschauen ... Oder bei jedem Satz eine Clownsgrimasse schneiden ... oder jeden Satz hinterfragen: "Ach wirklich?" - "Was Sie nicht sagen ..." - " Boah ey ..." - "Echt jetzt??"

BIN ICH IM FALSCHEN FILM? Es ist nicht zu fassen!


Sonntag, 4. September 2005

Es ist erschütternd und schier unfassbar, wie sich in weniger als einer Woche Menschen, Atmosphäre und Leben verändern, wenn die heile Welt aus den Fugen gerät. Und das geschieht ausgerechnet in einer Nation, die Weltmacht beansprucht. Wie hohl das System im Inneren und in Wahrheit ist, zeigt sich, wenn es durch Naturkräfte erschüttert wird.

In New Orleans herrscht der Ausnahmezustand, Menschen kennen keine Grenzen mehr. Hungrige und Diebe plündern die Läden, während Polizisten konfiszieren, was sie zur Kontrolle dessen brauchen (man beschreibt so etwas mit anderen Worten, es ist aber dieselbe Art von Tätigkeit). Die einen leiden Mangel, die anderen haben Recht. Anarchie - allerdings eine, in der unter Anwendung von Gewalt das Recht der Stärkeren siegt.

Die USA waren und wollten immer sein ein Land mit Vorbildfunktion - jedenfalls haben viele das lange Zeit so gesehen. Die Wahrheit ist - hohl. Den ersten großen Knacks bekam die Autoritätsgläubigkeit (nicht nur dort) durch die Ereignisse um 9/11. Und Menschen begreifen langsam, welchen Wert ein solches System hat, wenn's drauf ankommt. Mich beschleicht so das Gefühl, dass auch die jetzige Wetterkatastrophe die Wasser der Empfindungen durcheinanderwirbeln, weite Kreise ziehen und Vorbildfunktion für zumindest die an den USA orientierte Welt haben wird. Es wird soviele Kreise ziehen in genau der Art und Weise, wie sich so ein Wirbelsturm eben natürlicherweise verhält. Das Vertrauen in bodenlose Regierungspropaganda wird weiter schwinden, die ganze zugeschüttete, unter den Teppich gekehrte Wirklichkeit kommt hoch und in die Aufmerksamkeit.

Es könnten in Zukunft also noch mehr solche Zustände entstehen, denn sowohl Natur wie Menschen sind weniger und weniger bereit, sich sinnlose persönlichkeitseinschränkende Grenzen setzen zu lassen. Ob sich die derzeit wahlkampferblindeten und scheuklappenbehafteten Politiker hierzulande trotzdem darüber hoffentlich eventuell könnte-doch-sein ein paar Gedanken über das (nicht) funktionierende Zusammenspiel von Staat und Bürgern machen??

Ich hoffe sehr, dass diese Krankheit der Menschheit schneller heilt, als mein Entsetzen mich fürchten lässt.

Interessante Links zu Chaos, Wetter und der Wehmut um eine untergehende Stadt:
»Anarchie :: »Vorhersagen :: »Wetterextreme :: »Klimawandel :: »New Orleans :: »Bilder

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21:35 Uhr ::  Es ist ungewöhnlich ruhig draußen heute abend - kein Auto, keine Leute auf der Straße, nicht mal ein Hund, nichts ... Aus der Nachbarschaft höre ich aber unisono aus mehreren weit offenen Fenstern Angela, die Merkelin, und eine männliche Stimme - wird dann wohl Gerhard sein? Wahlkampfgetöse, nehme ich mal an ...

Was auch immer - dieser Abendfrieden in lauer Sommerluft ist einfach himmlisch! Bitte mehr solcher Sendungen!


Samstag, 10. September 2005

So tendenziös manche Berichterstattung mancher Medien auch sein mag, so bringt sie doch eine Reihe erschreckender Dinge aus dem Sumpf an die Oberfläche. Haarsträubende »Meldungen lassen mir wirklich die Haare zu Berge stehen, ich könnte mal wieder schreien. Was rund um diese ganze Katrina-Katastophe abläuft, ist unfassbar und beinahe unerträglich zu lesen. Denn um eines geht es dabei nicht - um mitfühlende Liebe und das geistige, körperliche und seelische Wohl der Menschen, die alles verloren haben.

Und nein - auch in Notsituationen bis hin zu tödlichen Gefahren kann und darf man Menschen nicht zu einem Glück zwingen, das sie nicht als solches sehen! Hört die Selbstbestimmung in Katastrophensituationen auf?

Was zunehmend mehr US-Bürger von ihrer Regierung halten, wird ansonsten in diesem »Artikel recht deutlich.

Noch ein ganz anderer Gedanke setzt sich irgendwie in meinem Kopf fest: Einst hat die weiße Rasse der Menschen des Westens einen Kontinent betreten, den sie Amerika nannten, im Gepäck hatten sie (langfristig gesehen) Gewalt, Untergang und Tod. In Amerika waren indianische Völker zuhause, die eine tiefe Verbindung mit der Natur besaßen und untrennbar mit der Erde verwachsen waren. Diesen Naturvölkern, die um den Sinn des Lebens wussten und die Menschheit hätten weiterbringen können, hat man mit Gewalt Stück für Stück ihr Leben und auch ihr Land, ihre natürliche Heimat genommen - so nachhaltig, dass im Norden von Amerika nur noch Randgruppen existieren, die keine Rechte mehr haben.

Eine Naturkraft, die man Katrina nannte, tat das gleiche und hinterlässt die Frage, ob man dauerhaft und ungestraft mit Gewalt genommenes Land behalten kann, das einem von Natur aus nie gehörte.

Ich frage mich auch, ob man retten und wiederaufbauen und erneut trockenlegen kann, was unterhalb des natürlichen Wasserpegels liegt und demzufolge eigentlich und in Wahrheit dem Wasser gehört. -- Die Indianer hatten die Naturgesetze - die Nordamerikaner haben die christlichen Gesetze eingeführt, und irgendwo in einem Bibeltext steht: "Machet euch die Erde untertan." ...?!? ...??? ... :-(

Ich weiß nicht ... ich fürchte, das wird auf die Dauer so nicht funktionieren ... dort nicht, und anderswo auch nicht.


Freitag, 16. September 2005

Gedanken zum gigantischen Hamsterrad - wunderbarer Artikel von »Tom, wie er wahrer nicht sein kann. Passt gut zu den derzeitigen Überlegungen, ob überhaupt oder wen oder was man am besten (nicht) wählen sollte.

Ich sage: Wähle dich selbst und deine Wahrheit.


Sonntag, 18. September 2005

Heute ist der Tag des Wahlkrampfs. Ich mach es mir unverkrampft einfach und wähle die Sonne und die erstaunlich glasklare Luft eines strahlenden Spätsommertages.

Passend zum Tag und ziemlich lustig fand ich heute ein Detail aus den Logfiles meiner Webseite: Da hat jemand gesucht "Zitate von großen Leuten" - und landete auf der Seite der kleinen Leute, der »Kinderseite meiner Zitatesammlung - und fand dort den Ausspruch "Kinder müssen mit großen Leuten sehr viel Nachsicht haben." (von Antoine de Saint-Exupéry).

Ja, das müssen die kleinen Leute wohl - Nachsicht mit den großen haben.  Was denkt sich wohl ein natürlich-unverdorbenes Kind bei dem ganzen Wahltheater? Ich meine, es kann wohl letztlich nur den Kopf schütteln oder einfach lächeln - und Nachsicht haben. Die kleinen Leute sind nämlich viel größer als die großen Leute von heute. Und die Worte von kleinen Leuten sind viel wichtiger und wahrer als die Worte der großen Leute von heute.


Freitag, 23. September 2005

Dank der Medientechnologien ist die ganze Welt in der Lage, den nächsten Wirbelsturm in Richtung US-Südküste zu beobachten. Was für ein grausames Gefühl ... genau zu wissen, dass die Menschen dort vor Angst vergehen ... genau zu wissen, dass nichts und niemand diesen Sturm aufhalten kann ... genau zu wissen, dass mit dem nächsten Aufschrei der Erde wieder Zerstörung und Leid einhergeht ... genau zu wissen, dass es morgen gerschieht ... und nichts tun zu können, auch nicht dieses Gefühl verdrängen ...

Alle Welt blickt auf Nordamerika, immer, aus den verschiedensten Blickwinkeln. Nordamerika - das Land, das die Erde beherrschen möchte. In diesen Zeiten jedoch wirft die Erde selbst einen Blick auf dieses Land - durch das Auge des Sturms.


Sonntag, 25. September 2005

Die Lektüre dieses »Artikels lässt mich einmal mehr gruseln. Britische Gesetzespläne gegen "geistige Erkrankungen" ... Wer bitte hat denn das Recht, in diesem Ausmaß über den geistigen Zustand eines Menschen zu befinden? Wer hat überhaupt die Fähigkeit dazu? Nach welchen Maßstäben? Und wozu? Quadratisch, praktisch, gut und angepasst an die Normen gesetzlicher Vorgabe hat ein Mensch zu sein? Und wer aus dem Rahmen fällt, wird zwangsbehandelt? Unfassbar ...

Wer überprüft eigentlich die Planer solcher Gesetze auf ihre geistigen Gesundheitszustände hin? Denn solche Pläne können nur Geisteskranke ausbrüten ... Modelle solcher Art sind mir vor Jahren in Science-Fiction-Romanen begegnet. Damals hab ich gedacht "Gottseidank sind das nur schriftstellerische Fantasien" ... denkste! Nicht nur "1984" ist Wirklichkeit geworden.

Andererseits ist so ein Gesetz vielleicht aber doch gar nicht so schlecht: Wenn alle Menschen, die unter einer "mentalen Störung" leiden, zwangsbehandelt und mit Psychopharmaka ruhiggestellt werden sollen, dann wären ja alle Machtautoritäten, Politiker, Regierungspräsidenten, Wirtschaftskönige, Religionsfanatiker und sonstige Führungsfiguren aller Couleur weg vom Fenster und spielten brav mit ihren Türmen und Bauklötzchen in geschlossenen Abteilungen. Und die Menschen könnten endlich in Ruhe, Frieden und Freiheit leben, lieben und lachen. Gigantisch-traumhafte Vorstellung ...

In die Kategorie dieser britischen Gesetzespläne gehören auch »diese niederländischen, die ich vor 2 Wochen fand - der gläserne Bürger von Geburt an. Kontrollierbar für immer. Man lasse sich diese Vorstellung und ihre möglichen Folgen ganz langsam im Kopf zergehen ... "Allerdings darf niemand einfach so auf die Daten zugreifen." Aha ... na, dann schau'n wir mal, wie das in 10 Jahren ausschaut ... oder wenn diese Kinder erwachsen geworden sind ...


Freitag, 30. September 2005

»Mehr als 100 Experten aus 30 Ländern wollen den Treibhauseffekt und damit die steigende Erderwärmung verringern, indem CO2-Gase in Depots unter der Erde gelagert werden.

Das ist in meinen Augen das Problem buchstäblich unter den Teppich kehren.

Statt sich auf alternative Lebensweisen zu besinnen, statt Ideen zu entwickeln, wie man die gigantische Verbrennung von Kohle, Öl und Gas verringern könnte, statt die Sinnhaftigkeit von konsumorientiertem Lebensverständnis zu hinterfragen, statt zu sehen, wie lebensfeindlich  die totale Industrialisierung der Welt ist, sollen die giftigen Gasabfälle in großen Massen in die Erde und unter Wasser gepumpt werden. Nach dem Motto "Juhu, wir können weitermachen wie bisher!"

Im Klartext: Bodenschätze raus - Abfall rein. So wird unser Planet langsam aber sicher innen wie außen zum Müllplaneten.

Wieviel soll die Erde noch schlucken??

Probleme unter den Teppich kehren war schon immer einfacher als sich mit ihrem Kern zu konfrontieren und menschengerechte Lösungen zu erarbeiten.

Und beim nächsten Erdbeben - wenn die Erde auch das nicht verdauen kann - jammern die Menschen dann wieder, die Erde sei grausam zu ihren Kindern, Gott habe sie gestraft, und wie brutal und gewalttätig doch die Naturkräfte seien ...

Wie ist es möglich, dass Menschen, die nicht von hier bis an die Wand denken, als "Experten" auftreten?? Dumme Frage, einfache Antwort: Solange Geld die Welt regiert und die Welt dem Geld anbetend zu Füßen liegt, solange wird die Welt nur tun, was dem Geld dient.

 

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