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Glück oder Unglück?

Eine Geschichte von der Sinnlosigkeit des Urteilens


Diese Geschichte handelt von einem alten Chinesen, der ein Pferd und einen Sohn hatte. Eines Tages brach sein Pferd aus der Koppel aus und entfloh in die Freiheit der Berge. An diesem Abend kamen die Nachbarn vorbei und sagten: "Dein Pferd ist weggelaufen? Was für ein Unglück!" 

"Warum?" fragte der alte Chinese. "Woher wisst ihr, dass es ein Unglück ist?" Tatsächlich kam in der nächsten Nacht sein Pferd zu seiner gewohnten Koppel zurück, um zu fressen und zu trinken, und es brachte zwölf wilde Hengste mit. Der Sohn des Farmers sah die dreizehn Pferde auf der Koppel, schlich sich hinaus und schloss das Gatter. Jetzt hatten sie auf einmal dreizehn Pferde anstatt keines einzigen. Die Nachbarn hörten die guten Neuigkeiten und kamen herbeigelaufen, "Oh, du hast dreizehn Pferde? Was für ein Glück!"

Und der alte Chinese antwortete: "Woher wisst ihr, dass es ein Glück ist?" Einige Tage darauf war sein kräftiger junger Sohn dabei, einen der wilden Hengste zuzureiten, da wurde er abgeworfen und brach sich ein Bein. Jetzt kamen die Nachbarn wieder und hatten ein weiteres schnelles Urteil parat: "Dein Sohn hat sich das Bein gebrochen? Was für ein Unglück!"

Und wieder gab der weise Vater zur Antwort: "Woher wisst ihr, dass es ein Unglück ist?" Und wirklich, einige Tage später kam ein chinesischer Kriegsherr in die Stadt, verpflichtete alle jungen Männer zum Kriegsdienst und führte sie mit sich fort. Aber wegen seines gebrochenen Beines wurde der junge Mann verschont.

 

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